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08. Nov 2013

Testbericht zu Pioneer AVIC-F50BT - DVD-Mediacenter mit Navigation

Man hört ja so einiges auf dem deutschen Multimedia Markt...zum Beispiel: Pioneer sei Marktführer im Head-Unit-Bereich. Jedenfalls konnte ich es mir nicht entgehen lassen, das derzeitige Top-Gerät AVIC-F50BT zu testen und auszuprobieren. Die hier von mir geschriebene Meinung ist meine Meinung. Keine Wissenschaft. Jeder kann selbstverständlich anderer Meinung sein.
 
AVIC-F50BT-DVD-Mediacenter-mit-Navigation-7-Touchscreen-und-AppRadio-Modus

zunächst meine Testbedingungen

In meinem VW-Bus habe ich als Frontsystem ein eigens zusammengestelltes System mit Hifonics Mitteltöner mit Alumembran aus der Gen-X Serie und Hochtöner ebenfalls mit Titanium-Hochtöner (Hersteller bleibt geheim) eingebaut. Hinten in der Heckablage spielen zwei Koaxiallautsprecher von Lanzer, mit denen ich ganz zufrieden bin. Klingen sehr brilliant und schaffen ganz schön Schalldruck. Als Kraftstoff tanken die Lautsprecher sauberen, clippingfreien Kraftstoff aus Soundstream-Endstufen der Tarantula-Serie - die größte, die es damals gab. Subwoofer ist ein 25cm DD in einer KRYSTEK - Spezial - Bassreflexkiste.
 

Auspacken und Vorbereiten zum Einbauen

Nach wie vor bietet Pioneer in schönes Design für Ihre Kartons, in denen die Head-Units verpackt sind. Beim Öffnen endteckt man zunächst jede Menge Anschlußkabel, bei denen man der Meinung ist, eh nur die Hälfte zu brauchen. Das Gerät selbst versteckt sich unter einem Handbuch, und einem Installationshandbuch. Anders, als noch vor ein paar Jahren, hat es Pioneer endlich geschafft, alle Komponenten in das Gerät zu packen. IP-Bus-System war zwar ne schönes Sache - gibts aber nicht mehr. Das ändert jedoch nichts an der Sache, daß an der Rückseite des Doppel-DIN-Gerätes jede Menge Anschlüsse vorhanden sind. Einbaurahmen, Feststellplatten für die Seiten, u.s.w. sind selbstverständlich auch dabei. Okay ... wie ich so bin nehme ich das Wichtigste aus dem Karton: das AVIC-F50BT. Ich nehme mit ins Fahrzeug: Anschlußkabel für den Saft und eine zweite Kabelpeitsche für die Cinchkabel.
 

Cashback-Aktion nur beim Fachhändler

Pioneer bietet seinen Kunden eine Prämie von 200 Euro, die dem Kunden erstattet wird durch Pioneer, bei Vorlage einer Rechnung eines autorisieren Pioneer-Fachhändlers inklusive Einbau. Onlineangebote werden hier NICHT berücksichtigt. Ihr Fachhändler wird Sie hierzu genau beraten.

 

Einbau und Anschluss - Cinchkabel, Strom, Remote

Zunächst wird der Einbauschacht aus Weissblech in die Autoradio-Aussparung des Fahrzeugs gesteckt und durch Umbiegen der ausgestansten Nasen des Einbauschachtes festgeklemmt. Wem das zu unsicher ist, der kann selbstverständlich den Einbauschacht links und rechts festschrauben. Es ist übrigens egal, wie herum der Einbauschacht hineingesteckt wird. Er ist auf der Oberseite genauso, wie auf der Unterseite konstruiert. Die Abdeckblende kann man in jeder Position draufklipsen.

Nachdem der Einbauschacht installiert wurde, schließe ich all meine Cinchkabel an die Peitsche an. Das Remotekabel der Anlage zum Ein- und Ausschalte verbinde ich ebenfalls mit der Peitsche - blaues Kabel - wie immer. Danach folgt das leichteste - der Stromanschluß. In den meisten Fällen einfach anstecken, sofern Iso-Anschlüsse vorhanden sind. Wenn nicht, Adapter auf ISO besorgen. In deutschen Fahrzeugen passt das meistens aber und stellt kein Problem dar. Wiederum ist hierbei zu beachten, daß das gelbe und das rote Kabel vom Pioneer-Anschlusskabel miteinander vertauscht werden muss. Gelb an rot und rot an gelb - hierzu wurde seitens Pioneer schin löblicherweise eine Steckverbindung in die Leitungen eingebaut. Das ist also auch schnell gemacht.
 

Speedimpulse

Am Anschlusskabel des Pioneer-Anschlusskabels ist ein zwart-rosanes Kabel für den Speed-Impulse installiert. Pioneer empfiehlt, dieses Kabel UNGEBINGT anzuschließen, da sonst nicht gewährleistet werden kann, daß die Navigation immer richtig perfekt funktioniert. In meinem Falle ... also ... naja jedenfalls ... ich hab in meinem VW-Bus keinen Speed-Impulse und konnte deshalb keinen anschließen. Begeistert war ich, wie gut die Navigation auch ohne Speedimpule funktioniert. Wer es anschließen möchste, sollte das natürlich tun, sich aber vorher genau informieren, welches Kabel am Kabelbaum das Speed-Impule-Kabel ist.
 

Handbremskabel - ohne Anschluss geht nix

Wie immer schützt sich Pioneer rechtlich und setzt einen fachgerechten Anschluss an den Handbremsschalter voraus. Wichtig für Einbauer ist hier, daß das Mintgrüne Kabel an die stromführende Seite des Handbremsschalters angeschlossen werden und nicht an Masse. Schließt man das Handbremskabel an Masse an, dann ist für das Pioneer-Gerät quasi klar, daß die Handbremse angezogen ist und das Fahrzeug steht. Wäre also absolut totaler Quatsch, sowas zumachen...da könnte man auf der Fahrt leicht abgelenkt werden, wenn das Bild der DVD nicht ausschaltet ;)... und ist daher überhaupt nicht zu empfehlen.
 

USB-Anschluss - Tücke beim Einbau

An der Hinterseite des Pioneer-AVIC50BT ist ein USB-Anschluss installiert. Meine Erwartung an diesen Anschluss war, daß ich ein USB-Kabel, quasi eine Verlängerung an diesen USB-Anschluss anschließe, daran wiederum einen USB-Stick mit meiner Musik daran anstecken kann und Musik hören kann. Leider war das aber nicht der Fall. Das Pioneer hat meinen USB-Stick nicht erkannt. Pioneer liefert nämlich ein eigenes USB-Kabel mit, welche am Gerät angeschlossen wird, welches auf der Seite des Anschlusses ans Pioneer, eine eigene Form hat - gar nicht aussieht, wie ein USB-Kabel. Am anderen Ende des Kabels kann man einen iPod oder ein IPhone anstöpfseln, oder dieses Anschlusskabel trennen (es wurde eine USB-Kupplung eingebaut), und kann somit seinen USB-Stick problemlos an dieser Leitung anklemmen. Dann wird auch der USB-Stick erkannt und man kann sofort loshören.
 

GPS-Antenne

Es wurde eine GPS-Antenne mitgeliefert, wie ich das von Pioneer kenne. Der Anschluss war allerdings wieder anders, als bei meinem Vorgängermodel AVIC-HD1BT HDD. Also: neu legen. Sehr geil fande ich, daß für die Antenne ein Klebstreifen mitgeliefert wurde, welchen mann aufs Armaturenbrett kleben kann. Dieses Klebeteil lässt sich echt gut aufkleben, hält sehr gut und passt sich den Konturen des Untergrundes gut an. Die Antenne wiederum ist an der Unterseite mit einem Magneten versehen, der auf dem Klebeteil gut hält. Einfach die Antenne auf diesen festgeklebten Streiben anheften und fertig ist der Lack.
 

Inbetriebnahme - Sehtest - Hörtest

Zunächst stelle ich fest, daß das Gerät relativ schnell startet. Beim Neustart des Fahrzeugs, bei welchem das Gerät kurz ausschaltet, startet das Pioneer AVIC-50BT ziemlich schnell durch nach wirklich wenigen Sekunden kanns weitergehen mit Hören. Das war in der Vergangen nicht zu erwarten.

In der Tat ist das Bild erste Sahne - da kann man nicht meckern. Die DVD macht einen wirklich guten Eindruck - aber da nehmen sich wohl alle großen Head-Unit-Hersteller nicht viel. Sicherlich kaufen die alle ähnliche Bauteile ein :) Ähnlich ist es auch mit dem Sound: Glockenklar, kein Standrauschen zu hören. Die Musik klingt sehr sauber und spielt freudig. ABER auch das kenne ich bei Pioneer bereits. Was mir jedoch gut gefällt ist der Equalizer.
 

Die Bedieneroberfläche

ist etwas Neuland für mich gewesen. Ich musste mich ein wenig einarbeiten in die Menüführung, welche meiner Meinung nach etwas gewöhnungsbedürftig ist. Ist zwar nicht zu schwierig - man steigt recht schnell durch. Leider gibt es einen Quellenwahlschalter mehr ( AV ), sondern das wird alles über die Menüführung auf dem Touch-Screen-Display gemacht. Funktionstasten für die Navigation wurden teilweise auf den Bildschirm der Quellenwahl gelegt, was dort meiner Meinung nach nix zu suchen hat. Aber wie gesagt: man geöhnt sich dran. Schöner ist aber die Grafik. Da wurde einiges verschönert. Besser finde ich auch die Buchstaben-Tastatur für die Navigation. Sehr schön gestaltet im Vergleich zu den Vorgängergeräten.
 

Klangeinstellungen: Der Equalizer, Frequenzweichen

Der ist nun mal für Soundfuzzis wichtig! Jedenfalls, wo früher Parametrische EQ´s eingebaut wurden, hat Pioneer hier einen Grafik-EQ eingebaut mit etlichen Frequenzbereichen, die man einfach durch anklicken aktiviert und dann die entsprechende Frequenz anheben oder absenken kann. Finde ich jedenfalls sehr komfortabel, um sich den Sound im Fahrzeug zurechtzuschieben.

Eine überaus positive Eigenschaft finde ich ist, daß die Einstellung des EQ´s mit dessen Freuqneverlauf keinen Einfluss auf den Subwoofer haben. Das heißt, wenn man 80 Hz nach oben dreht, dann werden nur die Lautsprechersysteme um die 80 Hz lauter, nicht jedoch der Subwoofer. Wie ich finde, sehr gut gemacht, denn so ist eine einwandfreie Einstellung der Systeme machbar - und der Sub spielt linear als Unterstützer zu den Systemen dazu, und bettet sich viel besser ins Gesamthörvergnügen ein.

Frequenzweichen für Front- und Hecksystem wurden natürlich nicht vergessen, ebenso für Woofer. Dieser hat auch noch einen Phasendreher eingebaut, den ich persönlich sinnlos finde. Dreht man die Phase 180%, arbeitet der Woofer genau gegenphasig. Dieses Ergebnisse hätte man aber auch, wenn man den Woofer einfach am Anschluss dreht. Also die beiden Kabel einfach vertauscht. Sinnvoller wäre hier eine Phasendrehung um 90% - dann hätte man insgesamt 4 Möglichkeiten und könnte somit den Basskeller besser justieren. Auf diese Innovatino warte ich leider schon lange. Ansonsten ist aber an der Head-Unit alles dran, was wichtig ist, um den Sound ordentlich im Fahrzeug einzupegeln.
 

Navigation

Wie ich schon erwähnte, habe ich keinen Speed-Impule angeschlossen und festgestellt, daß die Navigation dennoch einwandfrei funktioniert. Die 3-D Grafikansicht verfügt einerseits über neue 3-D-Modelle auf der Landschaft, jedoch fand ich die etwas "herangezoomtere" Variante beim AVIC-1-HDBT. Trotzdem siehts aber sehr gut aus - da gibts nix zu meckern. Icons sind zwarter und schärfer dargestellt, nicht zuletzt auch durch die höhere Auflösung des Displays.
 

Ansonsten

Zu beachten ist der begrenzte Ladestrom für Handys. Nachlesen bitte auf der Rückseites des Pioneer AVIC-50BT. Dort ist vermerkt, wieviel Milliampere der Anschluss hergibt.
 

Gut

1. finde ich den SD-Kartenslot hinter dem heruntergelassenen Display genial..
2. Auch genial finde ich, daß sehr viel im Gerät selbst verbaut ist wie z.B. Bluetooth.
3. Preis-Leistung: Das Gerät ist auf jeden Fall sehr gelungen und auf jeden Fall gut durchdacht, was die Features angeht. Für die Ausstattung auch noch recht preiswert. Das Gerät wurde gut auf den derzeitigen Multimedia-Markt ausgelegt und hat auch keine, mittlerweile überflüssgen, Features dran, die das Gerät nur sinnlos verteuern würden, wie z.B. eine eingebaute Festplatte oder so. Auch Klang- und Bildeigenschaften sind sehr hochwertig. Kein Grundrauschen zu hören und kein Pixelrauschen zu sehen auf dem Monitor, der auch gute Schwarztöne darstellen kann, im Vergleich zu Billigdisplays, bei den die Farbe schwarz eben einfach grau aussieht. Auf jeden Fall Top-Qualität, was Klang und Bild angehen.
4. Gute Grafik der Funktionstasten auf dem Display und der Navigation im Vergleich zu den Mitbewerbern.
5. Das AVIC-50BT spielt bis (fast) auf Anschlag aufgedreht sauber und sehr laut. Die Cinch-Ausgänge haben ordentlich Dampf, sodass Lichtmaschinenpfeifen nicht so einstreut, weil man die Endstufen etwas zurückdrehen kann. (Wichtig: die Level-Regler an den Endstufen sind KEINE Lautstärke-Regler. Lediglich wird die Lautstärke angepasst. d.h. z.B. wenn die Level-Regler nur 25% aufgedreht sind, können diese trotzdem maximalleistung bringen, wenn entsprechend viel Leistung hinein geht. - deshalb sind hohe Cinchausgänge am Radio nicht ganz unwichtig )
 

Nicht so gut

1. finde ich die Reaktionszeit des Lautstärke-Reglers, der als Wippe auf der Frontplatte platziert wurde. Das könnte bisl schneller reagieren.
2. dass kein Quellenwahlschalter als Hardware installiert ist. Der fehlt wirklich, denn man sucht sich als Neuling dieses Geräts erstmal zurecht, um die Quelle zu wählen. 3. dass ein paar wenige Navigations-Funktion ausserhalb von Navigationsmenüs gelegt wurden. Dadurch sucht man wie gesagt etwas länger. Die Menüführung ist wie gesagt etwas gewöhnungsbedürftig.
3. Sehr schade finde ich, daß beim einzigen 7-Zoll-Gerät von Pioneer kein DAB-Radio nachrüstbar ist!!!
 
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